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Laboratorium Medienverarbeitung (ehemals: Nachrichtenverarbeitung)


Das Oberstufenlaboratorium Nachrichtenverarbeitung wird zweimal pro Jahr, jeweils im Sommersemesters und im Wintersemester angeboten.

Alle wichtigen Informationen werden rechtzeitig am Institutsbrett, Hochhaus, Appelstr. 9A, 9. Etage (neben dem Fahrstuhl) ausgehängt.

Die endgültige Vergabe der Laborplätze findet in einer Vorbesprechung statt. Für das Erlangen eines Laborplatzes ist das persönliche Erscheinen zur Vorbesprechung am 13.04.2012 um 10:00 Uhr im Raum 901 in der 9. Etage in der Appelstraße 9a erforderlich.

Inhalt

Das Labor Medienverarbeitung vermittelt Kenntnisse zur Verarbeitung von Medien von der Medienquelle bis zur Mediensenke. Es wird sowohl ein Überblick über das gesamte Medienübertagungssystem als auch ein Einblick in einige typische Komponenten der Verarbeitungskette gegeben. „Medien“ ist hierbei ein Sammelbegriff für Bildmedien (Bewegt- und Standbild; Grafische Darstellungen) und Tonmedien.

Bild 1 zeigt das allgemeine Blockschaltbild eines Medienübertragungssystems. Zunächst wird in einer Medienquelle ein Mediensignal erzeugt. Im allgemeineren Fall einer analogen Medienquelle liegt das Mediensignal wert- oder zeitkontinuierlich vor und wird mittels analoger Signalverarbeitung diskretisiert. Ein zeitkontinuierliches Signal wird zunächst Tiefpass gefiltert, um bei der anschließenden Analog/Digital-Wandlung das Abtasttheorem einhalten zu können. Am Ausgang des A/D-Wandlers liegt das Signal dann wert- und zeitdiskret vor und wird der digitalen Signalverarbeitung zugeführt. Diskrete Medienquellen liefern direkt solche wert- und zeitdiskreten Mediensignale. Die digitale Signalverarbeitung umfasst ggf. eine Vorverarbeitung, die Quellencodierung und die nachfolgende Kanalcodierung. Bei der Vorverarbeitung wird das diskrete Signal mathematischen Operationen unterzogen, die irreversibel sind und das Signal bewusst stark verändern. Der Quellencoder wandelt das Signal in eine Folge binärer Zeichen um. Dabei wird häufig gefordert, redundante Information aus dem Signal zu eliminieren, so dass das diskrete Signal mit möglichst wenig binären Zeichen dargestellt werden kann. Der Kanalcoder fügt dieser Zeichenfolge wieder gezielt gewisse Arten redundanter Zeichen hinzu, mit deren Hilfe beim Kanaldecoder Kanalstörungen erkannt und/oder behoben werden können. Zur Optimierung der einzelnen Komponenten eines Medienübertragungssystems werden häufig statistische Eigenschaften der beteiligten Signale ermittelt oder geschätzt. Statistische Methoden der Nachrichtentechnik und ihre Anwendung sind daher ein fester Bestandteil des Labors. Wie im Blockschaltbild durch den Block „Analyse“ dargestellt, wird in diesem Labor schwerpunktmäßig das Signal im Quellencoder analysiert. Das digital verarbeitete Signal am Ausgang des Kanalcoders wird über einen diskreten binären Kanal übertragen. Das Signal am Ausgang des diskreten binären Kanals enthält auf Grund auftretender Störungen Übertragungsfehler, die im Kanaldecoder mittels fehlererkennender oder fehlerkorrigierender Codes zu einem möglichst fehlerfreien Signal decodiert werden. Der Quellendecoder wandelt die binären Zeichen durch Hinzufügen der im Quellencoder entfernten redundanten Information in ein diskretes Signal um, das sich möglichst wenig vom diskreten Signal am Eingang des Quellencoders unterscheidet.

Diskreten Mediensenken kann das diskrete Signal am Ausgang des Quellendecoders direkt zugeführt werden; für analoge Mediensenken muss es mittels analoger Signalverarbeitung zu einem analogen Signal gewandelt werden.

Bild 1: Blockschaltbild eines Medienübertragungssystems

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Holger Meuel